Staatliche Förderung für eine Erdwärmeheizung

Seit dem 1. Januar 2020 ist die staatliche Förderung für Wärmepumpen und geothermische Anlagen, die zusammen eine Erdwärmeheizung ergeben, durch die BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) noch einmal angestiegen. Jeder Hausbesitzer, der eine Erdwärmeheizung im Eigenheim einbauen lässt, bekommt 35 % der Kosten vom Staat zurückerstattet. Wer eine Ölheizung gegen eine Erdwärmeheizung austauscht, erhält sogar 45 % der Kosten zurück.

Zudem ist der Umfang der förderfähigen Kosten erweitert worden. So beinhalten die förderfähigen Kosten nun für die Wärmepumpe und die geothermische Anlage jeweils die Anschaffung, die Installation und Inbetriebnahme, eine fachliche Beratung und Baubegleitung, die Bohrungen, die Verrohrung, die Optimierung des Heizverteilsystems und sogenannte Umfeldmaßnahmen. Dazu zählen Arbeiten, die vor dem Einbau durchgeführt werden müssen, um ihn überhaupt zu ermöglichen, z.B. der Abbau einer Kinderschaukel im Garten und Wiederaufbau an einer anderen Stelle, um einen Erdwärmekollektor zu verlegen.

Beispielrechnung: Für den realistischen Fall, dass der Einbau einer Erdwärmeheizung insgesamt 23.000 Euro kostet, erhält jeder Hausbesitzer davon 35 % der Kosten vom Staat zurück. Die Kosten reduzieren sich demnach auf 14.950 Euro. Die Kosten für den Einbau einer Erdgasheizung liegen mit rund 12.000 Euro noch etwas darunter (Abbildung 1).

Abbildung 1: Mit den Betriebsjahren wird die Erdwärmeheizung (Wärmepumpe) günstiger als die Erdgasheizung (Erdgas). Hier wurden die Heizkosten beider Heizarten für vier verschiedene Bauzeiträume der Gebäude (1955 bis 1974; 1975 bis 1989; 1990 bis 2004; 2005 bis heute) über eine Betriebsdauer von 25 Jahren miteinander verglichen. Dieselben Bauzeiträume haben dieselbe Farbe für beide Heizarten. Quelle: co2online gGmbH

Es ist schon mal eine gute Nachricht, dass die Heizkosten pro Quadratmeter in den letzten Jahrzehnten immer weiter zurückgegangen sind – sowohl für Erdgasheizungen als auch für Wärmepumpenheizungen (Abbildung 1). Ein Grund ist sicherlich eine verbesserte Isolierung. Lagen die Heizkosten einer Erdgasheizung eines Gebäudes, das zwischen 1955 und 1974 gebaut wurde, noch bei 12,14 Euro pro Quadratmeter, liegen sie in einem Neubau bei nur noch 4,29 Euro pro Quadratmeter. Einen deutlichen Rückgang der Heizkosten in den vergangenen Jahrzehnten verzeichnen auch Wärmepumpenheizungen auf im Neubau nur noch 3,57 Euro pro Quadratmeter.

Für jeden Bauzeitraum gilt aber auch, dass die Heizkosten einer Wärmepumpenheizung immer geringer sind als die einer Erdgasheizung, so dass mit zunehmender Betriebsdauer die Erdgasheizung irgendwann teuer wird als die Erdwärmeheizung. Dieser Punkt wird auch als Amortisationszeit bezeichnet und ist bei älteren Gebäuden früher erreicht als im Neubau – für Gebäude mit einem Bauzeitraum von 1955 bis 1974 nach 7,4 Jahren, für ein Gebäude mit einem Bauzeitraum von 1975 bis 1989 nach 9,8 Jahren, für ein Gebäude mit einem Bauzeitraum von 1990 bis 2004 nach 14,8 Jahren und in einem jüngeren Gebäude nach etwa 27 Jahren. Für Hausbesitzer, die eine Ölheizung gegen eine Erdwärmeheizung austauschen und 45 % der Kosten zurückerstattet bekommen, ist die Amortisationszeit natürlich noch viel früher erreicht. Für die Sanierung eines alten Gebäudes und den Einbau einer Erdwärmeheizung gewährt zudem die KfW Bankengruppe einen Kredit von bis zu 120.000 Euro.

Eine Erdwärmeheizung lohnt sich also nicht nur fürs Klima, sondern auch – wegen der erhöhten staatlichen Förderung – fürs eigene Portmonee. 🙂

Mehr Infos auf: https://www.energie-experten.org/erneuerbare-energien/erdwaerme/erdwaermeheizung/foerderung

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